Dabei sein – mehr Teilhabe für Kinder aus armutsgefährdeten Familien in Bad Honnef

In Bad Honnef wurde das Thema Kinderarmut erstmals während der Nationalen Woche gegen Armut und soziale Ausgrenzung im Juni 2010 in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert. In Folge dessen hat das Bündnis für Familie das Projekt „Dabei sein“ zur Unterstützung für Kinder aus armutsgefährdeten Familien in Bad Honnef ins Leben gerufen.

Kinderarmut bedeutet auch, dass Kinder seltener an kulturellen und sportlichen oder Freizeitaktivitäten ihrer Altersgruppe teilnehmen können. So können sie schlechter von den Vorteilen solcher Förderung und dem damit verbundenen sozialen Lernen in Gruppen profitieren und haben so schlechtere Chancen für ihre persönliche Entwicklung. Etwa jedes 10. Kind in Bad Honnef lebt in einer Familie, die Transferleistungen des Staates bezieht, besonders sind davon alleinerziehende Eltern betroffen. Da in Bad Honnef aber auch viele gut situierte Familien wohnen, ist die Schere zwischen Arm und Reich bei uns weiter geöffnet als anderswo.

Das Bündnis für Familie möchte hier helfend unterstützen und auf der Basis bürgerlicher Solidargemeinschaft unbürokratische Unterstützung anbieten. Über persönliche FürsprecherInnen als „Paten“ oder „Patin aus der Jugendhilfe, einem Wohlfahrtsverband oder aus der Schule können Kinder aus einkommensschwachen Familien gefördert werden, indem unter dem Stichwort „Dabei sein“ zweckgebundene Spenden von Institutionen und Privatpersonen vom Bündnis für Familie  direkt an die Institution weitergeleitet werden, die die gewünschte Maßnahme anbietet.  Die Förderung gilt zunächst für sechs (bis maximal zwölf) Monate, bei erfolgreicher bzw. regelmäßiger Teilnahme des Kindes am Angebot kann sie nach den vorhandenen Mitteln verlängert werden; meist wird auch ein zumutbarer Eigenbetrag geleistet. Eine Familie kann sich nicht ohne Fürsprecher für eine Förderung anmelden, weil wir ihre finanzielle Lage nicht kennen und nicht überprüfen können.

Abgrenzung zu Leistungen aus dem staatlichen Bildungs- und Teilhabegesetz (BuT)

Seit 2011 erhalten Sozialleistungsempfänger (ALG II, Wohngeld, Kinderzuschlag) bis zu 120 Euro/Jahr aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung (BuT) für Mitgliedschaften in Sportvereinen und Musikschulen, außerdem Zuschüsse zu Klassenfahrten oder außerschulischer Förderung, wenn das Klassenziel sonst nicht erreicht werden kann. Sehr häufig wird neben der aufwendigen Bürokratie bei der Beantragung damit nur ein Teil der Kosten gedeckt. Die Ausstattung für die Teilnahme an Sport oder die Leihgebühr für ein Musikinstrument können zum Beispiel nicht berücksichtigt werden. Bei den Familien, die über uns gefördert werden, wird natürlich primär der Leistungsanspruch nach dem BuT geprüft, wir unterstützen bei den verbleibenden Kosten. Vor allem können wir aber auch Förderungen für Kinder von Geringverdienenden ermöglichen, die keine Sozialleistungen beziehen und damit auch keinen Zugang zum BuT haben, obwohl die Familien finanziell oft ähnlich schlecht gestellt sind.

Schulische Defizite entstehen häufig dadurch, dass Kinder zu Hause aus familiären Gründen nicht gefördert werden können. Besonders häufig zeigt sich dies in Familien mit Migrationshintergrund, bedingt durch sprachliche Defizite und schlechte Schulbildung der Eltern im Herkunftsland. Nachhilfe-Extra als Bündnispartner bietet deswegen vergünstigte Nachhilfeblocks an, die ebenfalls durch Spenden übernommen werden können. Hier muss ein Fachlehrer das Kind für eine Förderung empfehlen. Die positive Rückmeldung der Schule am Ende eines Zeitblocks entscheidet über die Notwendigkeit einer fortgesetzten Förderung. Auch das gilt  natürlich nur für Förderungen, die nicht von Leistungen aus dem BuT abgedeckt sind.

Unser Projekt hat große Vorteile gegenüber dem BuT: Die Förderung läuft über eine persönliche Beziehung zu Paten oder Patinnen, die die Familien kennen und den Bedarf beurteilen können. Dem Bündnis gegenüber müssen die Familien deswegen nicht namentlich auftreten. Durch diese Anonymität (auf Wunsch) gibt es auch keine Probleme mit dem Datenschutz. Die Familien müssen sich nicht zusätzlich stigmatisiert fühlen, es entstehen keine Verwaltungskosten, der Bürokratieaufwand ist gering, der Erfolg wird evaluiert.

So kommt die Hilfe da an, wo sie gebraucht wird. Mit einem Click auf den Link Formular an dieser Stelle kommen Sie als MitarbeiterIn der Jugendhilfe, der Wohlfahrtsverbände oder der Schulen direkt auf die Seite, auf der Sie eine solche Förderung beantragen können. Wenn Sie Rückfragen haben, stehen wir Ihnen unter info@familie-bad-honnef.de gerne zur Verfügung.

Spenden unter dem Stichwort „Dabei sein“ erbitten wir auf unser Konto bei der
 
Stadtsparkasse Köln Bonn IBAN: DE46 3805 1290 0120 0404 56

Selbstverständlich können alle Spenden steuerlich geltend gemacht werden. Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch ausgestellt, bis 200 Euro genügt der Bankbeleg.